Table of Contents
- Ableitung einer Zielarchitektur für govoplan
- 1. Das grundlegende Architekturprinzip: nicht „integriert oder angebunden“, sondern unterschiedliche Betriebsmodelle
- 2. Empfohlene Zielarchitektur
- Ebene 0: System, Laufzeit und Modulverwaltung
- Ebene 1: Institutionelle Basis und Berechtigungsordnung
- Ebene 2: Governance, Regeln und Rechenschaft
- Ebene 3: Menschliche Arbeit und Verfahrensausführung
- Ebene 4: Kommunikations- und Zugangskanäle
- Ebene 5: Inhalte, Dokumente, Akten und Nachweise
- Ebene 6: Daten, Berichte und Integration
- Ebene 7: Fach- und Betriebsdomänen
- Ebene 8: Produkt- und Sektorpakete
- 3. Abgleich mit den zuvor identifizierten Bedarfsfeldern
- A. Organisation, Aufgaben und Verantwortung
- B. Leistungs-, Verfahrens- und Fallmanagement
- C. Prozesse und Zusammenarbeit
- D. Entscheidungen, Beschlüsse und Gremien
- E. Akten, Dokumente und institutionelles Gedächtnis
- F. Daten, Register und Interoperabilität
- G. Risiko, Compliance, Kontrolle und Prüfung
- H. Strategie, Portfolio und Veränderung
- I. Beschaffung, Verträge und Förderungen
- J. Finanzen, Personal und Kapazitäten
- K. Anlagen, Liegenschaften, Geodaten und Infrastruktur
- L. Bürger-, Unternehmens- und Beteiligtenkommunikation
- M. Leistung, Wirkung und Lernen
- 4. Die vier noch fehlenden horizontalen Kernmodule
- 4.1 govoplan-mandates: Aufgaben, Mandate, Zuständigkeiten und Verantwortung
- 4.2 govoplan-services: Leistungen und Leistungsversprechen
- 4.3 govoplan-parties: Beteiligte, Beziehungen und Vertretung
- 4.4 govoplan-decisions: Entscheidungen und ihre Wirkungen
- 5. Konkrete IDM-Ableitung
- Erforderliche Neupositionierung von govoplan-idm
- Was GovOPlaN nicht selbst entwickeln sollte
- 6. Welche Fähigkeiten nativ, hybrid oder überwiegend extern sein sollten
- 7. Korrekturen an der gegenwärtigen Modulklassifikation
- 8. Repositorygrenzen und Konsolidierung
- 9. Reifestufen statt bloßer Repositoryexistenz
- 10. Verbindliche querschnittliche Verträge
- 10.1 Zeit und Historisierung
- 10.2 Handelnde und vertretene Identität
- 10.3 institutioneller Kontext
- 10.4 Rechts- und Richtliniengrundlage
- 10.5 Beabsichtigte und tatsächliche Wirkung
- 10.6 Nachweis und Herkunft
- 10.7 Klassifikation, Zweck und Aufbewahrung
- 10.8 Externe Quelle und Synchronisationszustand
- 10.9 Barrierefreiheit, Sprache und Darstellung
- 11. Empfohlene Produktpakete
- Paket 1: Governance-Grundlage
- Paket 2: Gesteuerte Kommunikation
- Paket 3: Funktionsgebundene Zusammenarbeit
- Paket 4: Leistung vom Eingang bis zur Entscheidung
- Paket 5: Beschaffung und Vertragssteuerung
- Paket 6: Gesteuerte Datenanalyse
- 12. Sektorspezifische Pakete
- Kommunalverwaltung
- Hochschule und Forschung
- Ministerium und Programmverwaltung
- Aufsichts- und Regulierungsbehörde
- 13. Abgleich mit der bestehenden Roadmap
- Phase 0: Architektur- und Portfoliobereinigung
- Phase 1: Campaign-Referenzpaket abschließen
- Phase 2: Institutionelle Identitäts- und Funktionsbasis
- Phase 3: Entscheidung und Nachweis
- Phase 4: Hochschul-BI und Data Governance
- Phase 5: Dokumenten- und Aktenlebenszyklus
- Phase 6: Erste allgemeine Verwaltungsleistung
- 14. Zusammengeführtes Zielbild
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Ableitung einer Zielarchitektur für govoplan
Ergebnis vorab
Die bestehende Struktur ist der benötigten Zielarchitektur bereits deutlich näher, als es die frühere Aufteilung in core, campaign, mail und files vermuten lässt. Die GovOPlaN-Organisation umfasst inzwischen 72 Repositories. govoplan-core ist bereits ausdrücklich als schlanker Laufzeitkern definiert; fachliche und plattformbezogene Funktionen sollen von Modulen übernommen werden. Gleichzeitig unterscheidet die Architekturdokumentation bereits zwischen Plattform-, Dienst-, Fach- und Konnektormodulen. (gitea@add-ideas.de)
Die wesentliche Aufgabe lautet daher nicht:
Möglichst viele weitere Module ergänzen.
Sondern:
Die vorhandenen Module zu einer konsistenten institutionellen Architektur ordnen, ihre Zuständigkeiten schärfen und einige noch fehlende grundlegende Governance-Objekte ergänzen.
Meine zentralen Schlussfolgerungen sind:
- Der bestehende Kernansatz ist richtig:
govoplan-coresollte klein bleiben. - Native Funktionen und externe Systeme dürfen parallel unterstützt werden. Das sollte kein Sonderfall, sondern ein allgemeines Architekturprinzip sein.
- Vier grundlegende horizontale Fachkontexte fehlen noch: Aufgaben und Mandate, Leistungen, Verfahrensbeteiligte sowie Entscheidungen.
- Viele vorhandene Repositories sind richtig gedacht, aber teilweise falsch klassifiziert oder noch nicht hinreichend voneinander abgegrenzt.
- Logische Modularität sollte nicht automatisch ein eigenes Repository bedeuten.
- Produktpakete und Sektorkonfigurationen sollten oberhalb der Module liegen und keine neuen Plattform-Forks erzeugen.
Die bestehende Roadmap beschreibt GovOPlaN bereits als verbindende, governancebewusste Betriebsschicht und nicht als universellen Ersatz aller vorhandenen Systeme. Sie sieht ausdrücklich unterschiedliche Quellen der Wahrheit sowie native, externe und hybride Betriebsweisen vor. Die von dir vorgeschlagene Richtung entspricht damit dem bestehenden Leitbild. (gitea@add-ideas.de)
1. Das grundlegende Architekturprinzip: nicht „integriert oder angebunden“, sondern unterschiedliche Betriebsmodelle
Für jede grundsätzlich austauschbare Fähigkeit sollte GovOPlaN mehrere Betriebsmodelle unterstützen.
| Betriebsmodell | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Nativ und führend | GovOPlaN ist das maßgebliche System für diese Daten und Funktionen. | Organisationsfunktionen, Delegationen oder interne Projektportfolios |
| Extern und führend | Ein externes System bleibt alleinige Quelle der Wahrheit; GovOPlaN nutzt dessen Schnittstellen. | SAP für Buchhaltung oder ein Personalverwaltungssystem |
| Extern mit lokaler Spiegelung | Externe Daten werden lesend übernommen und für Suche, Verknüpfung oder Ausfallsicherheit lokal vorgehalten. | Beschäftigtendaten aus einem HR-System |
| Gesteuerte Synchronisation | Daten werden zwischen GovOPlaN und einem externen System abgeglichen; Konflikte und Zuständigkeiten sind definiert. | Konten- und Gruppenzuordnung über SCIM |
| Governance-Überlagerung | Sach- oder Stammdaten bleiben extern, während GovOPlaN Zuständigkeit, Freigabe, Nachweise, Delegationen und Regeln verwaltet. | Externes ERP plus lokale Mittelverantwortung und Beschlussverknüpfung |
| Verknüpfung ohne Datenübernahme | GovOPlaN kennt nur Referenz, Status und Aufrufziel. | Verweis auf einen Vorgang in einem hoch spezialisierten Fachverfahren |
Diese Betriebsweise sollte nicht nur je Modul, sondern nötigenfalls je:
- Mandant,
- Organisationseinheit,
- Leistung,
- Objekttyp,
- Datenfeld,
- Prozessschritt
festgelegt werden können.
Ein Beispiel aus dem IDM:
- Name und Beschäftigungsstatus stammen aus dem Personalverwaltungssystem.
- Anmeldung erfolgt über einen externen OIDC-Anbieter.
- die organisatorische Funktion wird nativ in GovOPlaN geführt;
- die zeitlich begrenzte Vertretung wird nativ in GovOPlaN geführt;
- technische Gruppen werden anschließend über SCIM in ein externes Verzeichnis geschrieben;
- die fachliche Befugnis ergibt sich aus einem in GovOPlaN geführten Mandat;
- die konkrete Zugriffsentscheidung trifft
govoplan-accesszusammen mitgovoplan-policy.
Damit ist kein System pauschal „führend“. Die Führungsverantwortung wird nach Informationsart getrennt.
Gemeinsamer Vertrag für austauschbare Anbieter
Jede hybride Fähigkeit sollte einen einheitlichen Anbieter- oder Providervertrag besitzen. Dieser muss mindestens beschreiben:
- welche Objekte und Felder der Anbieter besitzt;
- welche Operationen er unterstützt;
- ob nur Lesen oder auch Schreiben möglich ist;
- welche Version oder Revisionskennung gilt;
- wie aktuell die Daten sind;
- ob der Anbieter erreichbar und funktionsfähig ist;
- ob Vorschau oder Probelauf möglich sind;
- wie Konflikte erkannt werden;
- wie unklare Ausführungszustände behandelt werden;
- welche Nachweise entstehen;
- wie eine Rückabwicklung oder Abstimmung erfolgt;
- welches Verhalten bei Ausfall vorgesehen ist.
Das ist insbesondere bei öffentlichen Einrichtungen wichtig. Eine fehlgeschlagene Operation darf nicht nur als technischer Fehler erscheinen. Die Plattform muss unterscheiden können zwischen:
- beabsichtigter Handlung;
- freigegebener Handlung;
- an das externe System übermittelter Handlung;
- möglicherweise ausgeführter Handlung;
- bestätigter Wirkung;
- abgestimmtem Endzustand.
2. Empfohlene Zielarchitektur
Die folgende Gliederung beschreibt Architekturschichten, nicht zwingend einzelne Repositories.
Ebene 0: System, Laufzeit und Modulverwaltung
Bestehende Bausteine
govoplangovoplan-core
Zuständigkeit
govoplan bleibt das übergreifende System- und Distributionsrepository. govoplan-core besitzt ausschließlich:
- Anwendungsstart und Laufzeit;
- Datenbank- und Sitzungsgrundlagen;
- Modulerkennung;
- Modulregistrierung;
- Migrationskoordination;
- Capability- und Schnittstellenverzeichnis;
- Installations- und Aktualisierungsorchestrierung;
- gemeinsame Weboberflächenhülle;
- technische Basiskontrakte.
Diese Richtung ist in der gegenwärtigen Kernarchitektur bereits angelegt. Fachliche Funktionen sollen nicht in den Kern zurückwandern. (gitea@add-ideas.de)
Nicht in den Kern gehören
- Benutzerverwaltung;
- Mandantenverwaltung;
- Rollenverwaltung;
- Organisationsmodelle;
- Fallmanagement;
- Dateiverwaltung;
- Workflows;
- Richtlinien;
- Berichte;
- Fachobjekte.
Der Kern darf gemeinsame Datentypen und Verträge bereitstellen, aber nicht die fachliche Bedeutung dieser Objekte besitzen.
Ebene 1: Institutionelle Basis und Berechtigungsordnung
Bestehende Bausteine
govoplan-tenancygovoplan-identitygovoplan-organizationsgovoplan-idmgovoplan-accessgovoplan-identity-trustgovoplan-encryption
Zu ergänzen
-
govoplan-mandatesbeziehungsweise ein Modul für:- öffentliche Aufgaben;
- Mandate;
- Zuständigkeiten;
- Befugnisse;
- Verantwortungszuordnungen;
- Jurisdiktionen.
Zweck dieser Ebene
Diese Module beantworten gemeinsam:
- Welche Institutionen und Organisationseinheiten existieren?
- Welche natürlichen oder juristischen Personen sind bekannt?
- Welche Funktionen existieren?
- Wer nimmt welche Funktion zu welchem Zeitpunkt wahr?
- Welche Aufgabe, Befugnis oder Pflicht ist mit dieser Funktion verbunden?
- Über welches Konto handelt die Person?
- Welche technischen Rechte ergeben sich daraus?
- Wie sicher ist die behauptete Identität?
- Für wen handelt die Person möglicherweise vertretungsweise?
Diese Ebene ist das institutionelle Rückgrat von GovOPlaN.
Ebene 2: Governance, Regeln und Rechenschaft
Bestehende Bausteine
govoplan-policygovoplan-auditgovoplan-risk-compliancegovoplan-admingovoplan-opsgovoplan-docsgovoplan-viewsgovoplan-search
Zu ergänzen
govoplan-decisions- später gegebenenfalls ein eigenständiger Ziel- und Wirkungsdienst, zunächst jedoch besser innerhalb von
projects,reportingundevaluation
Zweck dieser Ebene
- Richtlinien und Regelwerke;
- Entscheidungskompetenzen;
- Genehmigungsgrenzen;
- Aufbewahrungs- und Datenschutzregeln;
- Risiko- und Kontrollmodelle;
- Prüfpfade;
- Nachweise;
- formale Entscheidungen;
- Maßnahmen und Feststellungen;
- Systembetrieb und Administrationsaufsicht;
- rollen- und kontextbezogene Projektionen.
govoplan-risk-compliance ist gegenwärtig als fachliches Modul klassifiziert, besitzt aber mit Risiken, Kontrollen, Datenschutz-Folgenabschätzungen, Vorfällen und Maßnahmen überwiegend querschnittliche Funktionen. Die bereits implementierte Sanktionslistenprüfung ist ein erster fachlicher Vertikalschnitt innerhalb dieses allgemeineren Kontrollmodells. (gitea@add-ideas.de)
Deshalb sollte es architektonisch als Governance- und Assurance-Plattformmodul behandelt werden, nicht als gewöhnliches Fachverfahren.
Ebene 3: Menschliche Arbeit und Verfahrensausführung
Bestehende Bausteine
govoplan-formsgovoplan-forms-runtimegovoplan-casesgovoplan-tasksgovoplan-approvalsgovoplan-workflow-enginegovoplan-workflowgovoplan-tickets
Zu ergänzen
govoplan-servicesgovoplan-parties
Zweck dieser Ebene
- Leistungen beschreiben;
- Anträge und Meldungen erfassen;
- Verfahrensbeteiligte verwalten;
- Fälle führen;
- Aufgaben verteilen;
- Freigaben einholen;
- Arbeitsschritte koordinieren;
- Entscheidungen vorbereiten;
- Fristen überwachen;
- Verfahrensstände nachvollziehen;
- Übergaben an externe Systeme steuern.
Die Trennung zwischen govoplan-workflow-engine und govoplan-workflow ist konzeptionell sinnvoll: Der Engine-Teil besitzt das ausführbare, revisionsfeste Ablaufmodell; das zweite Modul stellt visuelle Modellierung und Inspektion bereit. (gitea@add-ideas.de)
Der Workflow-Engine sollte allerdings nicht zum allgegenwärtigen Unterbau jedes einfachen Moduls werden. Viele Vorgänge benötigen lediglich:
- einen Statusautomaten;
- Aufgaben;
- Fristen;
- Freigaben;
- Ereignisse.
Die allgemeine Workflow-Engine sollte dort eingesetzt werden, wo:
- Abläufe konfigurierbar sein müssen;
- mehrere Module beteiligt sind;
- längere Ausführungszeiten auftreten;
- Wiederaufnahme und Fehlerbehandlung notwendig sind;
- Varianten zur Laufzeit ausgewählt werden;
- externe Wirkungen orchestriert werden.
Ebene 4: Kommunikations- und Zugangskanäle
Bestehende Bausteine
govoplan-portalgovoplan-postboxgovoplan-notificationsgovoplan-mailgovoplan-campaigngovoplan-calendargovoplan-schedulinggovoplan-bookinggovoplan-appointmentsgovoplan-consultationgovoplan-pollgovoplan-committeegovoplan-addressesgovoplan-dist-lists
Zweck dieser Ebene
Diese Module stellen keine institutionellen Wahrheiten her, sondern ermöglichen Interaktion:
- Portale;
- sichere Postfächer;
- Nachrichten;
- Benachrichtigungen;
- Serienkommunikation;
- Termine;
- Ressourcenbuchungen;
- Konsultationen;
- Abstimmungen;
- Gremienarbeit;
- Kontakt- und Verteilerverwaltung.
Die konzeptionelle Abgrenzung sollte lauten:
| Modul | Besitzt |
|---|---|
mail |
Transportprofile, SMTP/IMAP-Anbindung, Zustellversuche und technische Ausgangswarteschlange |
notifications |
Hinweise, Aufmerksamkeit, Kanalwahl und Zustellkoordination |
postbox |
dauerhaftes institutionelles Ein- und Ausgangspostfach |
campaign |
gesteuerte, nachweisbare Massen- und Zielgruppenkommunikation |
addresses |
normalisierte erreichbare Kontaktziele |
dist-lists |
regelbasierte oder explizite Empfängergruppen |
portal |
externer Zugangskanal und Selbstbedienungsoberfläche |
Diese Trennung ist in den bestehenden Modulen bereits weitgehend erkennbar. govoplan-postbox ist ausdrücklich funktionsgebunden und soll Postfächer auch bei Vakanz, Neubesetzung oder Delegation stabil halten. govoplan-mail konzentriert sich dagegen auf Transportprofile und eine dauerhafte Zustellwarteschlange. (gitea@add-ideas.de)
Ebene 5: Inhalte, Dokumente, Akten und Nachweise
Bestehende Bausteine
govoplan-filesgovoplan-templatesgovoplan-dmsgovoplan-recordsgovoplan-wikigovoplan-transparencygovoplan-certificates
Empfohlene Abgrenzung
| Modul | Kerngegenstand |
|---|---|
files |
Binärobjekte, Dateiablage, Metadaten, Freigaben, Upload und Download |
templates |
Vorlagen, Platzhalter, Rendering und Ausgabevarianten |
dms |
Dokumentidentität, Versionen, Bearbeitungsstatus, Check-in/Check-out, Renditions |
records |
Aktenplan, Vorgangszusammenhang, Aufbewahrung, Aussonderung, Sperre und Archivübergabe |
transparency |
Veröffentlichung, Schwärzung, Auskunft und Offenlegung |
certificates |
ausgestellte, prüfbare Bescheinigungen und Nachweise |
wiki |
kooperativ gepflegtes institutionelles Wissen |
Diese Aufteilung sollte erhalten bleiben. Sie bildet unterschiedliche fachliche Verantwortungen ab. govoplan-files ist bereits als generischer Datei- und Metadatendienst ausgelegt, der über Capabilities konsumiert werden soll. (gitea@add-ideas.de)
Ein kleines GovOPlaN-System darf durchaus files, dms und records nativ verwenden. Eine größere Behörde kann stattdessen:
- Binärdaten in einem externen Objektspeicher halten;
- Dokumente in einem bestehenden DMS führen;
- Aufbewahrung und Archivübergabe über ein Records-Management-System steuern;
- GovOPlaN nur als Verfahrens-, Zuständigkeits- und Nachweisschicht einsetzen.
Ebene 6: Daten, Berichte und Integration
Bestehende Bausteine
govoplan-connectorsgovoplan-datasourcesgovoplan-dataflowgovoplan-reportinggovoplan-dashboardgovoplan-restgovoplan-soapgovoplan-xoevgovoplan-xta-oscigovoplan-fit-connectgovoplan-xrechnunggovoplan-erp
Zweck dieser Ebene
- externe Systeme katalogisieren;
- Verbindungen und technische Erreichbarkeit verwalten;
- Datenquellen beschreiben;
- Daten beziehen und zwischenspeichern;
- Transformationen reproduzierbar ausführen;
- Datenherkunft und Versionen erhalten;
- analytische Produkte erstellen;
- Dashboards und Exporte bereitstellen;
- Verwaltungsstandards anbinden.
Die bestehende Abgrenzung von connectors, datasources, dataflow und reporting ist fachlich überzeugend:
- Konnektoren besitzen Verbindung, Beschaffung und technischen Zustand;
- Datenquellen besitzen Quellenidentität, Staging und Materialisierungszustände;
- Datenflüsse besitzen Transformationen, Revisionen und Herkunft;
- Reporting besitzt Auswertungsprodukte, Berichte und Exporte;
- Workflow besitzt die übergreifende Orchestrierung. (gitea@add-ideas.de)
govoplan-erp sollte dabei nicht als fachliches Domänenmodul, sondern als Konnektorfamilie beziehungsweise Integrationsdienst klassifiziert werden. Fachliche Haushalts- oder Beschaffungssemantik darf nicht vom konkreten ERP-Anbieter abhängen.
Notwendige Erweiterung von datasources
govoplan-datasources sollte langfristig nicht nur technische Datenquellen, sondern einen gesteuerten Daten- und Registerkatalog abbilden:
- fachliche Bezeichnung;
- Datenverantwortung;
- maßgebliche Quelle;
- Rechtsgrundlage;
- Verarbeitungszweck;
- Qualitätsregeln;
- Aktualität;
- Schutzklasse;
- Übermittlungsvereinbarung;
- semantisches Modell;
- Korrekturverfahren;
- betroffene Leistungen und Prozesse;
- abhängige Berichte und Entscheidungen.
Damit würde aus einer technischen Datenquellenverwaltung ein echter Data-Governance-Baustein.
Ebene 7: Fach- und Betriebsdomänen
Bestehende Bausteine
govoplan-projectsgovoplan-procurementgovoplan-contractsgovoplan-grantsgovoplan-resourcesgovoplan-assetsgovoplan-facilitiesgovoplan-learninggovoplan-paymentsgovoplan-ledgergovoplan-permitsgovoplan-inspectionsgovoplan-evaluationgovoplan-helpdesk
Diese Module setzen die horizontalen Fähigkeiten für bestimmte Aufgabenbereiche zusammen.
Einige sollten echte Fachmodule bleiben. Andere sind eher Produktpakete oder Referenzkonfigurationen:
| Bestehender Bereich | Empfehlung |
|---|---|
procurement |
Eigenständiges Fachmodul für Bedarf, Verfahren und Vergabeentscheidung |
contracts |
Eigenständiges Fachmodul für Verpflichtungen, Fristen, Leistungen und Änderungen |
grants |
Eigenständiges Fachmodul für Förderprogramme und Zuwendungsfälle |
permits |
Fachmodul auf Basis von Leistungen, Fällen, Beteiligten und Entscheidungen |
inspections |
Fachmodul für Prüfobjekte, Prüfpläne, Feststellungen und Maßnahmen |
projects |
Zu Portfolio-, Ziel-, Abhängigkeits- und Veränderungssteuerung ausbauen |
evaluation |
Für Wirkungsmodelle, Evaluationsaufträge, Kriterien und Erkenntnisse |
helpdesk |
Eher Produktpaket über tickets, cases, tasks, postbox und notifications |
appointments |
Zunächst eher Produktpaket über booking, calendar und scheduling |
ledger |
Nur dann eigenständig ausbauen, wenn ein klarer fachlicher Buchungsgegenstand entsteht |
resources |
Gemeinsamer Verfügbarkeits- und Kapazitätsdienst, nicht Personalwirtschaft |
assets / facilities |
Getrennt halten, falls Anlagenlebenszyklus und räumlicher Betrieb tatsächlich unabhängig sind |
govoplan-ledger und Teile der Formularlandschaft befinden sich gegenwärtig noch auf Scaffold- beziehungsweise Seed-Niveau. Das ist nicht problematisch, sollte aber im Repositorykatalog sichtbar sein; die bloße Existenz eines Repositories darf nicht als Produktreife verstanden werden. (gitea@add-ideas.de)
Ebene 8: Produkt- und Sektorpakete
Diese Ebene sollte nicht aus weiteren Laufzeitmodulen bestehen.
Ein Paket bündelt:
- erforderliche Module;
- Terminologie;
- Rollenmodelle;
- Datenmodelle;
- Formulare;
- Prozessdefinitionen;
- Richtlinien;
- Ansichten;
- Berichte;
- Vorlagen;
- Konnektorprofile;
- Beispieldaten;
- Abnahmetests;
- Dokumentation;
- Migrationsregeln.
Mögliche allgemeine Produktpakete:
- Governance-Grundlage
- Funktionsgebundene Zusammenarbeit
- Gesteuerte Kommunikation
- Verwaltungsleistung vom Antrag bis zur Entscheidung
- Gremien- und Beschlussmanagement
- Akten, Nachweise und Transparenz
- Gesteuerte Datenanalyse und Berichtswesen
- Beschaffung und Vertragssteuerung
- Risiko, Kontrolle und Maßnahmen
Darauf können Sektorpakete aufbauen:
- Kommune;
- Hochschule und Forschung;
- Ministerium;
- Regulierungs- und Aufsichtsbehörde;
- Fördermittelgeber;
- Infrastrukturbetreiber;
- öffentliches Gesundheitswesen.
Ein Sektorpaket ist damit eine versionierte Referenzkonfiguration, kein Fork des Plattformkerns.
3. Abgleich mit den zuvor identifizierten Bedarfsfeldern
A. Organisation, Aufgaben und Verantwortung
Bereits vorhanden
organizationsidentityidmaccesstenancypolicy
Lücke
Die Plattform kann Organisationseinheiten, Funktionen, Identitäten, Funktionsbesetzungen und technische Zugriffe abbilden. Es fehlt aber ein eigenständiges Modell dafür:
- welche öffentliche Aufgabe existiert;
- aufgrund welcher Norm oder Entscheidung sie wahrgenommen wird;
- welche Stelle sachlich, örtlich und zeitlich zuständig ist;
- welche Funktion entscheidungs- oder zeichnungsbefugt ist;
- wer nur mitwirkt und wer rechenschaftspflichtig ist;
- welche Zuständigkeit übertragen oder entzogen wurde.
Ableitung
Neues horizontales Modul govoplan-mandates.
B. Leistungs-, Verfahrens- und Fallmanagement
Bereits vorhanden
portalformsforms-runtimecasestasksapprovalsworkflow-enginepermitspostboxpayments
Lücken
- kein zentraler Leistungskatalog;
- kein allgemeines Beteiligten- und Vertretungsmodell;
- kein allgemeines Entscheidungsobjekt;
- keine durchgängige Verbindung von Leistung, Fall, Rechtsgrundlage, Entscheidung und Ergebnis.
Ableitung
Ergänzung um:
govoplan-services;govoplan-parties;govoplan-decisions.
Danach kann beispielsweise permits einen Genehmigungsfall definieren, ohne selbst erneut:
- Antragsteller;
- Bevollmächtigte;
- Zuständigkeiten;
- Formulare;
- Aufgaben;
- Entscheidungen;
- Zustellungen
implementieren zu müssen.
C. Prozesse und Zusammenarbeit
Bereits vorhanden
workflow-engineworkflowtasksapprovalscasesviewsnotifications
Bewertung
Konzeptionell gut abgedeckt.
Notwendige Schärfung
- Workflow orchestriert, besitzt aber nicht die Fachsemantik.
- Tasks besitzt Arbeitsaufträge, nicht komplette Prozesse.
- Approvals besitzt Zustimmungsschritte, nicht die abschließende institutionelle Entscheidung.
- Views besitzt Projektionen, ist aber niemals Sicherheitsgrenze.
govoplan-views beschreibt sich bereits entsprechend als gesteuerte, aufgabenbezogene Projektion; Filterung in der Oberfläche darf technische Autorisierung nicht ersetzen. (gitea@add-ideas.de)
D. Entscheidungen, Beschlüsse und Gremien
Bereits vorhanden
committeepollconsultationapprovalsaudittemplates
Lücke
Es fehlt ein allgemeiner, fachübergreifender Entscheidungsgegenstand.
Ein Beschluss ist nicht dasselbe wie:
- eine Abstimmung;
- eine Freigabe;
- ein Protokoll;
- ein Workflowstatus;
- ein PDF-Dokument.
Ableitung
govoplan-decisions sollte das verbindliche Ergebnis besitzen, einschließlich:
- Entscheidungsgegenstand;
- Entscheidungskompetenz;
- Sachverhalt;
- Optionen;
- Rechts- und Richtliniengrundlage;
- berücksichtigte Nachweise;
- Begründung;
- entscheidende Person oder entscheidendes Gremium;
- Bedingungen und Nebenbestimmungen;
- Wirksamkeitszeitpunkt;
- resultierende Aufträge;
- Veröffentlichung;
- Berichtigung, Aufhebung oder Widerruf;
- Rechtsbehelf oder interne Überprüfung.
E. Akten, Dokumente und institutionelles Gedächtnis
Bereits vorhanden
filesdmsrecordstemplatesaudittransparencysearchwiki
Bewertung
Die erforderlichen Bausteine sind vorhanden. Entscheidend ist die konsequente Abgrenzung von Datei, Dokument, Akte, Nachweis und Veröffentlichung.
Ergänzung
Jedes Fachobjekt sollte auf Records- und Evidence-Capabilities zugreifen können, ohne selbst Dokumentenmanagement nachzubauen.
F. Daten, Register und Interoperabilität
Bereits vorhanden
connectorsdatasourcesdataflowreporting- technische Standardkonnektoren
Lücke
Der technische Datenfluss ist konzeptionell besser ausgearbeitet als die fachliche Daten-Governance.
Ableitung
datasources sollte erweitert werden um:
- Register- und Datenkatalog;
- Datenverantwortung;
- fachliche Begriffe;
- Rechtsgrundlage;
- Zweckbindung;
- Qualitätszusagen;
- Berichtigungswege;
- semantische Zuordnung;
- Abhängigkeiten.
Ein separates neues Repository ist dafür zunächst nicht zwingend erforderlich.
G. Risiko, Compliance, Kontrolle und Prüfung
Bereits vorhanden
risk-compliancepolicyauditopsinspectionsevaluation
Bewertung
Die horizontale Grundlage ist vorhanden.
Ableitung
Keine Sammlung isolierter Spezialmodule für:
- Datenschutz;
- Informationssicherheit;
- KI-Governance;
- Barrierefreiheit;
- Notfallmanagement;
- Korruptionsprävention.
Stattdessen sollte ein gemeinsames Modell verwendet werden:
Verpflichtung → Schutz- oder Prüfobjekt → Risiko → Kontrolle → Nachweis → Feststellung → Maßnahme → Wirksamkeitsprüfung
Die einzelnen Regelungsbereiche werden als Regel-, Kontroll- und Berichtspakete ausgeliefert.
Nur dort, wo ein eigener fachlicher Lebenszyklus entsteht, ist ein zusätzliches Modul gerechtfertigt.
H. Strategie, Portfolio und Veränderung
Bereits vorhanden
projectsevaluationreportingdashboardresourcescontractsprocurement
Lücken
- strategische Ziele;
- öffentliche Wirkungsziele;
- Nutzenhypothesen;
- Vorhabensabhängigkeiten;
- Veränderungsbetroffenheit;
- Kapazitätskonflikte;
- Architekturentscheidungen;
- Stilllegung von Altsystemen;
- Nutzenrealisierung.
Ableitung
govoplan-projects sollte zu einem Portfolio- und Veränderungsmodul ausgebaut werden, statt sofort weitere Repositories für Strategie, Portfolio, Ziele und Change anzulegen.
Benötigte zusätzliche Objekte:
- Ziel;
- Ergebnis;
- Wirkung;
- Initiative;
- Programm;
- Projekt;
- Maßnahme;
- Meilenstein;
- Abhängigkeit;
- Annahme;
- Fähigkeit;
- Ressourcenbedarf;
- Veränderungsauswirkung;
- Nutzenindikator;
- Entscheidungstor.
Erst wenn Ziele und Wirkungen auch ohne Vorhaben von mehreren anderen Modulen intensiv verwendet werden, wäre ein eigenständiges Zielmodul gerechtfertigt.
I. Beschaffung, Verträge und Förderungen
Bereits vorhanden
procurementcontractsgrantserpxrechnungpaymentsledgerrisk-compliance
Bewertung
Funktional breit abgedeckt.
Zielbild
GovOPlaN sollte nativ insbesondere besitzen:
- Bedarf;
- Anforderung;
- Freigaben;
- Bewertungsmatrix;
- Entscheidungsnachweise;
- Interessenkonflikte;
- Vertragspflichten;
- Fristen;
- Abnahmen;
- Änderungen;
- Lieferantenrisiken;
- Förderziele;
- Bewilligungsentscheidungen;
- Mittelabrufe und Verwendungsnachweise.
Ein ERP oder eine Vergabeplattform kann weiterhin führen:
- Kreditoren;
- Haushaltsbuchungen;
- Bestellungen;
- Rechnungsworkflow;
- Zahlungen;
- formale elektronische Vergabekommunikation.
J. Finanzen, Personal und Kapazitäten
Bereits vorhanden
erppaymentsledgerresourcesorganizationsidmprojects
Lücken
- Budgetrahmen;
- Mittelbindungen;
- Finanzierungsquellen;
- Stellen und Kapazitäten;
- Qualifikationen;
- zeitliche Ressourcenverfügbarkeit;
- Verbindung von Haushalt, Aufgabe, Projekt und Wirkung.
Ableitung
GovOPlaN sollte keine vollständige Personalabrechnung oder öffentliche Finanzbuchhaltung nachbauen.
Sinnvoll ist jedoch eine native Governance-Überlagerung für:
- Budgetrahmen und verfügbare Mittel;
- Finanzierungsquellen;
- Mittelverantwortung;
- Stellen und organisatorische Kapazität;
- Qualifikationsanforderungen;
- Projekt- und Aufgabenbelastung;
- Freigabe- und Zeichnungsbefugnisse;
- Verknüpfung mit Beschlüssen und Vorhaben.
Diese Daten können entweder nativ geführt oder aus ERP- und HR-Systemen bezogen werden.
K. Anlagen, Liegenschaften, Geodaten und Infrastruktur
Bereits vorhanden
assetsfacilitiesresourcesaddressesinspectionsprojectscontracts
Lücke
Ein gemeinsamer Geobezug und ein standardisierter GIS-Anbietervertrag fehlen.
Ableitung
Zunächst keine vollständige GIS-Plattform entwickeln. Stattdessen einen gemeinsamen Geo-Vertrag definieren:
- Punkt;
- Adresse;
- Gebiet;
- Flurstücksreferenz;
- Linien- und Netzsegment;
- Gebäude- und Raumreferenz;
- Koordinatenbezugssystem;
- externe Objektkennung;
- Karten- und Feature-Service;
- räumliche Zuständigkeit.
Ein eigenständiges govoplan-geo sollte erst entstehen, wenn mindestens zwei vollständige Anwendungsfälle – etwa kommunale Leistungen und Anlagenmanagement – denselben fachlichen Geodienst benötigen.
L. Bürger-, Unternehmens- und Beteiligtenkommunikation
Bereits vorhanden
portalpostboxmailnotificationscampaignappointmentsconsultationpolltransparencyaddressesdist-lists
Bewertung
Dies ist einer der am weitesten ausdifferenzierten Teile der bestehenden Struktur.
Lücke
Es fehlt vor allem das gemeinsame Beteiligten- und Vertretungsmodell.
Ohne dieses Modell wissen die Kommunikationsmodule zwar, wohin etwas gesendet wird, aber nicht ausreichend:
- in welcher Verfahrensrolle die Person handelt;
- ob sie sich selbst oder eine andere Person vertritt;
- aufgrund welcher Vollmacht sie handelt;
- ob mehrere Personen gemeinsam Beteiligte sind;
- welche Zustellungs- oder Kommunikationsregeln sich daraus ergeben.
M. Leistung, Wirkung und Lernen
Bereits vorhanden
reportingdashboardevaluationdataflowprojectsaudit
Lücke
Auswertungen sind noch nicht durchgängig mit:
- öffentlichem Auftrag;
- Ziel;
- Leistung;
- Prozess;
- Entscheidung;
- Ressourceneinsatz;
- Ergebnis;
- gesellschaftlicher Wirkung
verbunden.
Ableitung
Reporting sollte nicht lediglich Daten visualisieren. Jeder Bericht und Indikator sollte angeben:
- welche Fragestellung er beantwortet;
- welches Ziel oder welche Verpflichtung betroffen ist;
- welche Datenquellen und Transformationen verwendet wurden;
- welche Version gilt;
- wer für Interpretation und Aktualität verantwortlich ist;
- welche Entscheidungen ihn verwendet haben.
4. Die vier noch fehlenden horizontalen Kernmodule
4.1 govoplan-mandates: Aufgaben, Mandate, Zuständigkeiten und Verantwortung
Dieses Modul ist für eine öffentliche Governance-Plattform zentral.
Es besitzt
- öffentliche und interne Aufgaben;
- gesetzliche, satzungsrechtliche oder organisatorische Mandate;
- sachliche Zuständigkeiten;
- örtliche Zuständigkeiten;
- zeitliche Zuständigkeiten;
- Entscheidungskompetenzen;
- Zeichnungs- und Freigabebefugnisse;
- Verantwortlichkeitszuordnungen;
- Beteiligungs- und Mitwirkungspflichten;
- Rechts- und Organisationsgrundlagen;
- Delegation von Befugnissen, soweit diese über bloße Funktionsvertretung hinausgeht;
- historische Zuständigkeitsstände.
Es besitzt nicht
- Organisationseinheiten selbst;
- Personen;
- technische Konten;
- technische Berechtigungen;
- Richtlinieninhalte;
- Verfahrensfälle.
Klare Zuständigkeitskette
| Frage | Zuständiges Modul |
|---|---|
| Welche Organisationseinheit oder Funktion existiert? | organizations |
| Welche Identität existiert? | identity |
| Wer besetzt oder vertritt die Funktion? | idm |
| Welche Aufgabe und Befugnis gehört zur Funktion? | mandates |
| Mit welchem Konto wird gehandelt? | access |
| Ist die konkrete Handlung im aktuellen Kontext zulässig? | policy und access |
| Wie wurde die Handlung nachgewiesen? | audit |
Damit wird der wichtige Unterschied zwischen organisatorischer Stellung, fachlicher Zuständigkeit und technischer Berechtigung ausdrücklich modelliert.
4.2 govoplan-services: Leistungen und Leistungsversprechen
Dieses Modul beschreibt, was eine Institution gegenüber Bürgern, Unternehmen, anderen Einrichtungen oder internen Nutzern leistet.
Es besitzt
- Leistung;
- Leistungsvariante;
- Zielgruppe;
- Zugangsvoraussetzung;
- Rechtsgrundlage;
- benötigte Nachweise;
- Gebühren;
- Fristen;
- Eingangskanäle;
- verantwortliche Organisation und Funktion;
- zuständige Gebietseinheit;
- Formularbezug;
- zu erzeugenden Falltyp;
- Prozess- oder Workflowbezug;
- mögliche Ergebnisse;
- Ausgabedokumente;
- Rechtsbehelfsinformationen;
- Service- und Qualitätszusagen;
- Veröffentlichungsinformationen.
Es besitzt nicht
- den konkreten Fall;
- den konkreten Antrag;
- die beteiligten Personen;
- die Entscheidung;
- die Portaldarstellung selbst.
Nutzen
Dieses Modul verbindet erstmals:
Leistungskatalog → Portal → Formular → Beteiligte → Fall → Aufgaben → Entscheidung → Zustellung → Wirkung
Es kann Daten aus externen Leistungskatalogen importieren, aber auch nativ Leistungen führen, die nicht in übergreifenden Katalogen enthalten sind, beispielsweise:
- universitätsinterne Verwaltungsleistungen;
- Gremienservices;
- Forschungsservices;
- Personal- und IT-Services;
- kommunale freiwillige Leistungen.
4.3 govoplan-parties: Beteiligte, Beziehungen und Vertretung
identity beantwortet, wer jemand ist. parties beantwortet, in welcher Rolle und Beziehung jemand an einem konkreten Vorgang beteiligt ist.
Es besitzt
- Beteiligtenrolle;
- Antragsteller;
- Adressat;
- Begünstigter;
- Verpflichteter;
- Eigentümer;
- Betreiber;
- Zeuge;
- Gutachter;
- Bevollmächtigter;
- gesetzlicher Vertreter;
- Sorgeberechtigter;
- Betreuung;
- gemeinsame Antragsteller;
- Haushalts- oder Bedarfsgemeinschaft;
- Konsortium;
- Vertretungsumfang;
- Vollmachtsnachweis;
- Gültigkeitszeitraum;
- Zustellungsbevollmächtigung;
- bevorzugte und zulässige Kommunikationswege.
Es besitzt nicht
- ein vollständiges Melderegister;
- ein Unternehmensregister;
- ein Kundenstammsystem;
- Authentifizierung;
- technische Rechte.
Externe Personen- und Organisationsregister können führend bleiben. GovOPlaN führt nur die für das Verfahren erforderliche Referenz und Beteiligtenbeziehung.
4.4 govoplan-decisions: Entscheidungen und ihre Wirkungen
Dieses Modul macht Entscheidungen zu erstklassigen, verknüpfbaren Governance-Objekten.
Es besitzt
- Entscheidungsgegenstand;
- Entscheidungstyp;
- zuständige Funktion oder zuständiges Gremium;
- Entscheidungsentwurf;
- geprüfte Optionen;
- Sachverhaltsstand;
- Nachweise;
- Rechts- und Richtliniengrundlage;
- Begründung;
- Tenor beziehungsweise Ergebnis;
- Bedingungen;
- Wirksamkeit;
- Folgeaufträge;
- externe Wirkungen;
- Zustellung;
- Veröffentlichung;
- Überprüfung;
- Berichtigung;
- Rücknahme;
- Widerruf;
- Aufhebung;
- Rechtsbehelfsbezug.
Abgrenzung
| Objekt | Bedeutung |
|---|---|
approval |
Eine Person oder Funktion stimmt einem Schritt oder einer Aktion zu. |
poll |
Stimmen oder Meinungsbilder werden erhoben. |
committee |
Ein Gremium und seine Sitzungen werden organisiert. |
workflow |
Arbeitsschritte werden koordiniert. |
decision |
Ein verbindliches institutionelles Ergebnis wird festgestellt und wirksam gemacht. |
Ein Gremienbeschluss, eine Vergabeentscheidung, eine Förderbewilligung, eine Genehmigung und eine interne Architekturentscheidung können damit dieselbe Grundstruktur verwenden.
5. Konkrete IDM-Ableitung
Die bestehende Aufteilung ist grundsätzlich tragfähig:
govoplan-identityführt normalisierte Identitäten und deren Verknüpfung mit Plattformkonten;govoplan-organizationsführt Organisationsstrukturen, Einheiten und Funktionen;govoplan-idmführt Funktionszuordnungen, Delegationen und Synchronisation;govoplan-accessführt Konten, Anmeldung, Sitzungen, API-Schlüssel, Rollen und technische Rechte;govoplan-tenancyführt den Mandantenlebenszyklus und die Mandantenauflösung. (gitea@add-ideas.de)
Erforderliche Neupositionierung von govoplan-idm
govoplan-idm sollte nicht primär als „Konnektor zu externen IDM-Systemen“ beschrieben werden.
Die passendere Definition lautet:
Verwaltung des Identitätslebenszyklus, der institutionellen Funktionszuordnungen, Delegationen und Bereitstellungsprozesse – wahlweise nativ, föderiert oder synchronisiert.
Native Funktionen
- Anlegen und Zusammenführen von Identitäten;
- Eintritt, Wechsel und Austritt;
- Kontenanträge;
- Funktionsbesetzung;
- zeitliche Zuordnung;
- Vertretung;
- kommissarische Wahrnehmung;
- Delegation;
- Funktionsvakanz;
- Rollen- und Gruppenabbildung;
- Bereitstellungsaufträge;
- Genehmigung von Berechtigungsänderungen;
- Synchronisationsvorschau;
- Konflikterkennung;
- Abstimmung und Fehlerkorrektur;
- periodische Rezertifizierung;
- Entzug bei Fristablauf;
- Notfall- und Wiederherstellungsverfahren.
Unterstützte Betriebsweisen
1. Vollständig lokal
Geeignet für kleine Einrichtungen oder einzelne Installationen:
- lokale Konten;
- lokale Identitäten;
- lokale Organisationsfunktionen;
- lokale Rollen und Berechtigungen.
2. Externe Anmeldung, lokale Governance
- Anmeldung über OIDC oder SAML;
- Identitäten werden extern bestätigt;
- Funktionen, Delegationen, Mandate und Anwendungsrechte werden lokal geführt.
Das dürfte für viele öffentliche Einrichtungen der wichtigste Modus sein.
3. Externes Verzeichnis mit Synchronisation
- LDAP, Active Directory oder SCIM als Quelle;
- GovOPlaN übernimmt Identitäten und Konten;
- lokale Verantwortungs- und Funktionsdaten werden ergänzt;
- Änderungen werden abgeglichen.
4. Externe Stammdaten, GovOPlaN als Governance-Überlagerung
- HR-System ist führend für Beschäftigungsverhältnis;
- Verzeichnis ist führend für technische Konten;
- GovOPlaN ist führend für Funktion, Delegation, Mandat und fachliche Berechtigungsableitung.
5. GovOPlaN als Bereitstellungsdrehscheibe
- Freigaben erfolgen in GovOPlaN;
- Konten und Gruppen werden extern bereitgestellt;
- GovOPlaN verfolgt Soll-, Übermittlungs- und Ist-Zustand;
- Abweichungen werden sichtbar gemacht.
Was GovOPlaN nicht selbst entwickeln sollte
Auch bei einem nativen IDM sind folgende Bereiche eher integrationspflichtig:
- vollständiger LDAP- oder Active-Directory-Ersatz;
- Endgeräteverwaltung;
- Mobile-Device-Management;
- umfassendes Privileged-Access-Management;
- vollständige Public-Key-Infrastruktur;
- Zertifizierungsstelle;
- Passworttresor;
- biometrische Authentifizierung;
- hoch spezialisierte Fraud- und Risk-Authentication;
- Personalabrechnung.
Der Mehrwert von GovOPlaN liegt nicht in der Nachbildung aller Enterprise-IAM-Funktionen. Er liegt in der institutionellen Bedeutung von Funktionen, Delegationen, Mandaten und daraus abgeleiteten Rechten.
6. Welche Fähigkeiten nativ, hybrid oder überwiegend extern sein sollten
Nativ besonders sinnvoll
| Fähigkeit | Begründung |
|---|---|
| Organisationsstrukturen und Funktionen | Unmittelbarer Bestandteil des Governance-Modells |
| Aufgaben, Mandate und Zuständigkeiten | In Standardsoftware meist nur unzureichend abgebildet |
| Funktionsbesetzung und Delegation | Starker öffentlich-institutioneller Bezug |
| Richtlinien und Entscheidungskompetenzen | Für alle Module erforderlich |
| Leistungen und Leistungskatalog | Verbindet Portal, Verfahren, Verantwortung und Wirkung |
| Beteiligten- und Vertretungsmodell | Zentrale Voraussetzung rechtssicherer Verfahren |
| Fälle, Aufgaben und Freigaben | Allgemeine Arbeitsgrundlage |
| Entscheidungen | Kern der institutionellen Nachvollziehbarkeit |
| Funktionspostfächer | Stark an Organisation und Vertretung gebunden |
| Kampagnen-Governance | Empfängergrundlage, Freigabe und Nachweis sind plattformspezifisch |
| Risiko, Kontrollen und Maßnahmen | Querschnittlich mit allen GovOPlaN-Objekten verknüpft |
| Projekt- und Portfoliosteuerung | Benötigt institutionelle Abhängigkeiten und Verantwortung |
| Vertrags- und Fördersteuerung | Governance-Kontext ist wichtiger als reine Dokumentablage |
| Akten- und Nachweiskontext | Muss Fachobjekte und Entscheidungen verbinden |
Hybrid besonders sinnvoll
| Fähigkeit | Nativer Anteil | Externer Anteil |
|---|---|---|
| IDM | Funktionen, Delegationen, Freigaben, Sollzustände | Authentifizierung, Verzeichnisse, HR-Stammdaten |
| DMS | Dokumentkontext, Status, Verknüpfungen | Speicherung, Bearbeitung, Archivsystem |
| Dateiverwaltung | Metadaten und Berechtigungen | Objekt- oder Cloudspeicher |
| Kalender | funktionsbezogene Termine und Regeln | Groupwarekalender |
| Terminvergabe | Leistung, Terminart, Berechtigung | externe Kalender und Videokonferenzsysteme |
| Beschaffung | Bedarf, Kriterien, Entscheidung, Vertrag | Vergabeplattform und ERP |
| Finanzsteuerung | Budgetrahmen, Verantwortung, Freigaben | Buchhaltung und Zahlungsverkehr |
| Personal- und Ressourcenplanung | Funktionen, Kapazität, Qualifikationen | HR- und Abrechnungssystem |
| Berichtswesen | Herkunft, Transformation und einfache Berichte | spezialisierte BI-Plattform |
| Anlagenmanagement | Verantwortung, Prüfungen, Maßnahmen | CAFM-, GIS- und technische Systeme |
| Lernverwaltung | Pflichtqualifikationen und Governance | LMS und Campusmanagement |
| Fachverfahren | Fallkontext und übergreifende Steuerung | hoch spezialisierte Sachbearbeitung |
Überwiegend konnektororientiert
GovOPlaN sollte folgende vollständige Systeme regelmäßig nicht ersetzen:
- Finanzbuchhaltung und Haushaltsrechnung;
- Entgeltabrechnung;
- umfassende Personalwirtschaft;
- klinische Systeme;
- Campusmanagement;
- gerichtliche Fachverfahren;
- Steuer- und Zollverfahren;
- polizeiliche Einsatz- und Ermittlungssysteme;
- vollständige GIS- und CAD-Plattformen;
- industrielle Leit- und Betriebstechnik;
- E-Mail-Server und vollständige Groupware;
- formale Langzeitarchive;
- umfassende elektronische Vergabeplattformen.
Auch hier kann GovOPlaN aber Verantwortung, Regeln, Vorhaben, Risiken, Schnittstellen, Entscheidungen und Nachweise führen.
7. Korrekturen an der gegenwärtigen Modulklassifikation
Die Architekturdokumentation unterscheidet bereits:
- Plattformmodule;
- Dienstmodule;
- Fachmodule;
- Konnektormodule.
Der maschinenlesbare beziehungsweise tabellarische Repositoryindex verwendet dagegen derzeit im Wesentlichen nur system, module und connector sowie die Unterteilung platform und domain. Dadurch erscheinen wiederverwendbare Dienste und querschnittliche Governance-Funktionen teilweise als Fachdomänen. (gitea@add-ideas.de)
Empfohlene Metadaten
kind: module
module_type: service
layer: communication
maturity: vertical-slice
source_modes:
- native
- external
- mirror
- synchronized
- governance-overlay
owns:
- delivery_profiles
- delivery_attempts
- durable_outbox
does_not_own:
- recipients
- campaign_semantics
- institutional_postboxes
capabilities:
provides:
- mail.transport
- mail.delivery_status
requires:
- access.actor_context
- audit.evidence
Sinnvolle Klassifikation
Plattformmodule
- tenancy
- access
- identity
- organizations
- idm
- mandates
- policy
- audit
- risk-compliance
- admin
- ops
- views
- search
Wiederverwendbare Dienstmodule
- files
- templates
- notifications
- addresses
- dist-lists
- calendar
- booking
- resources
- dataflow
- datasources
- reporting
Fach- und Arbeitsmodule
- services
- parties
- cases
- tasks
- approvals
- decisions
- campaign
- committee
- consultation
- projects
- procurement
- contracts
- grants
- permits
- inspections
Konnektoren
- ERP
- DMS-Anbieter
- FIT-Connect
- XÖV
- XTA/OSCI
- REST
- SOAP
- XRechnung
- LDAP
- Active Directory
- SCIM
- OIDC
- externe Kalender
- GIS
- Fachverfahren
ERP sollte daher im Katalog nicht als fachliche Domäne erscheinen. Mail, Files, Templates oder Notifications sollten nicht als gewöhnliche Domainmodule geführt werden.
8. Repositorygrenzen und Konsolidierung
Logische Modularität ist nicht gleich Repositoryzahl
Ein eigener Capability-Vertrag oder ein eigenständiges Fachobjekt verlangt nicht automatisch ein neues Repository.
Ein neues Repository sollte erst entstehen, wenn mindestens die meisten der folgenden Kriterien erfüllt sind:
- Eigenständige Datenhoheit: Das Modul besitzt klar definierte Objekte.
- Eigenständige Installierbarkeit: Es kann sinnvoll aktiviert oder deaktiviert werden.
- Eigene technische Bestandteile: Eigene Migrationen, APIs, Rechte, Hintergrundaufgaben oder Oberflächen.
- Eigener Veröffentlichungszyklus: Änderungen müssen unabhängig ausgeliefert werden können.
- Eigenständiges Sicherheitsprofil: Das Modul hat besondere Berechtigungs- oder Schutzanforderungen.
- Mehrere Verbraucher: Andere Module nutzen seine Capabilities.
- Nachgewiesener Referenzprozess: Mindestens ein vollständiger Anwendungsfall funktioniert damit.
Andernfalls sollte die Funktion zunächst entstehen als:
- Capability innerhalb eines bestehenden Moduls;
- Teilmodul;
- Plugin;
- Konfigurationspaket;
- Profil;
- gemeinsamer Datentyp.
Konkrete Fälle
forms und forms-runtime
Die fachliche Trennung von Definition und Laufzeit ist sinnvoll. Solange der Runtime-Teil jedoch noch keine eigenständige, stabile Lebensdauer besitzt, können beide gemeinsam ausgeliefert werden. Ein separates Repository ist erst zwingend, wenn:
- andere Module den Runtime-Dienst unabhängig verwenden;
- eigene Skalierung nötig ist;
- Submission-Daten getrennt geschützt werden;
- unterschiedliche Veröffentlichungszyklen entstehen.
helpdesk
Ein Helpdesk benötigt im Wesentlichen:
- Tickets;
- Fälle;
- Aufgaben;
- Funktionspostfach;
- Benachrichtigungen;
- Wissensartikel;
- Service-Level-Regeln;
- Auswertungen.
Das spricht zunächst für ein Helpdesk-Paket und nicht für eine parallele fachliche Infrastruktur.
appointments
Terminverwaltung kann zunächst ein Paket aus:
- Leistung;
- Terminart;
- Kalender;
- Verfügbarkeit;
- Buchung;
- Benachrichtigung;
- Beteiligtenbezug
sein. Ein eigenes Fachmodul ist erst erforderlich, wenn Terminserien, Vorprüfungen, Check-in, Wartelisten oder besondere rechtliche Lebenszyklen eigenständige Datenhoheit begründen.
addresses und dist-lists
Beide dürfen eigenständige Capability-Anbieter bleiben. Sie müssen aber nicht zwingend als separate, für Anwender sichtbare Produktmodule erscheinen.
9. Reifestufen statt bloßer Repositoryexistenz
Die aktuelle Roadmap weist selbst darauf hin, dass die tatsächliche Reife der Module sehr unterschiedlich ist und ein Repositoryname noch keine belastbare Implementierung belegt. (gitea@add-ideas.de)
Deshalb sollte jedes Modul eine explizite Reifestufe tragen:
| Reifestufe | Bedeutung |
|---|---|
| Concept | Domäne und Grenzen sind beschrieben. |
| Scaffold | Modul ist technisch auffindbar und installierbar, besitzt aber noch keinen vollständigen Ablauf. |
| Vertical Slice | Ein vollständiger schmaler Anwendungsfall funktioniert. |
| Reference Ready | Das Modul funktioniert in einem dokumentierten Referenzpaket. |
| Supported | Migrationen, Tests, Betrieb, Dokumentation und Upgradepfad sind zugesichert. |
| LTS | Langfristige Kompatibilität und Sicherheitswartung sind definiert. |
Zusätzlich sollte erfasst werden:
- Referenzpakete;
- unterstützte Provider;
- bekannte Beschränkungen;
- Datenmigrationsstand;
- unterstützte Upgradepfade;
- Sicherheitsklassifikation;
- Betriebsanforderungen.
Das verhindert, dass eine Liste von 72 Repositories äußerlich wie ein fertiges Gesamtprodukt wirkt, obwohl ein Teil bewusst nur als Architekturplatzhalter existiert.
10. Verbindliche querschnittliche Verträge
Bestimmte Anforderungen sollten nicht in jedem Modul neu erfunden werden.
10.1 Zeit und Historisierung
Jedes wesentliche Governance-Objekt benötigt:
- fachlich gültig ab;
- fachlich gültig bis;
- im System erfasst am;
- im System ersetzt am;
- Version;
- Änderungsgrund.
Damit lässt sich unterscheiden zwischen:
- dem damaligen institutionellen Zustand;
- dem heutigen Wissensstand über diesen Zustand.
10.2 Handelnde und vertretene Identität
Jede relevante Handlung muss unterscheiden:
- technisches Konto;
- natürliche handelnde Person;
- wahrgenommene Funktion;
- vertretene Person oder Organisation;
- Delegation oder Vollmacht;
- zugrunde liegendes Mandat.
10.3 institutioneller Kontext
Eine Handlung sollte, soweit einschlägig, referenzieren:
- Mandant;
- Organisationseinheit;
- Funktion;
- Aufgabe;
- Mandat;
- Zuständigkeitsbereich;
- Fall;
- Entscheidung.
10.4 Rechts- und Richtliniengrundlage
Nicht jedes Modul muss juristische Dokumente verwalten. Es muss aber auf die maßgebliche Grundlage verweisen können:
- Rechtsnorm;
- Satzung;
- Dienstanweisung;
- Richtlinie;
- Beschluss;
- Vertrag;
- Einwilligung.
10.5 Beabsichtigte und tatsächliche Wirkung
Bei externen oder asynchronen Operationen sind mindestens getrennt zu speichern:
- Anforderung;
- Freigabe;
- Ausführungsabsicht;
- Übermittlungsversuch;
- Rückmeldung;
- beobachtete Wirkung;
- Abstimmungszustand.
10.6 Nachweis und Herkunft
Jede wichtige Aussage benötigt:
- Quelle;
- Erfassungsweg;
- Version;
- Ersteller;
- Zeitpunkt;
- Vertrauensniveau;
- zugehörige Nachweise.
10.7 Klassifikation, Zweck und Aufbewahrung
Gemeinsame Metadaten:
- Schutzklasse;
- Verarbeitungszweck;
- Zugriffsgrund;
- Aufbewahrungsregel;
- Löschsperre;
- Veröffentlichungsklasse;
- Schwärzungsbedarf.
10.8 Externe Quelle und Synchronisationszustand
Bei übernommenen Daten:
- externes System;
- externe Kennung;
- letzte erfolgreiche Synchronisation;
- Revisionskennung;
- Aktualitätszustand;
- Konfliktzustand;
- lokale Änderungen;
- verantwortlicher Provider.
10.9 Barrierefreiheit, Sprache und Darstellung
Formulare, Vorlagen, Portalinhalte und Benachrichtigungen benötigen gemeinsame Verträge für:
- Sprache;
- leichte beziehungsweise einfache Sprache;
- alternative Darstellungen;
- barrierefreie Bezeichnungen;
- maschinenlesbare Fehler;
- kanalabhängige Ausgabe.
Diese Verträge sollten im Kern oder in kleinen gemeinsamen Spezifikationspaketen definiert werden. Ihre fachliche Auslegung bleibt beim jeweils zuständigen Modul.
11. Empfohlene Produktpakete
Paket 1: Governance-Grundlage
- tenancy
- identity
- organizations
- mandates
- idm
- access
- policy
- audit
- admin
- docs
- views
Ergebnis:
- nachvollziehbare Organisation;
- Funktionen und Besetzungen;
- Zuständigkeiten;
- Delegationen;
- technische Rechte;
- institutioneller Prüfpfad.
Paket 2: Gesteuerte Kommunikation
- campaign
- addresses
- dist-lists
- notifications
- templates
- files
- approvals
- audit
- reporting
Ergebnis:
- freigegebene Empfängergrundlage;
- nachvollziehbare Serienkommunikation;
- belastbare Zustellnachweise;
- revisionsfähige Auswertung.
Paket 3: Funktionsgebundene Zusammenarbeit
- postbox
- organizations
- identity
- idm
- mandates
- access
- notifications
- tasks
- views
Ergebnis:
- institutionelle Postfächer statt persönlicher Schattenablagen;
- stabile Zuständigkeit bei Wechsel und Vakanz;
- Delegation und Vertretung;
- aufgabenbezogene Sichten.
Paket 4: Leistung vom Eingang bis zur Entscheidung
- services
- parties
- portal
- forms
- forms-runtime
- cases
- tasks
- approvals
- decisions
- postbox
- templates
- files
- records
- payments
- audit
Ergebnis:
- veröffentlichte Leistung;
- Antrag oder Meldung;
- Beteiligten- und Vertretungsmodell;
- Fallbearbeitung;
- Entscheidung;
- Zustellung;
- Akten- und Nachweiszusammenhang.
Paket 5: Beschaffung und Vertragssteuerung
- procurement
- contracts
- parties
- decisions
- approvals
- risk-compliance
- files
- records
- ERP- und XRechnung-Konnektoren
- reporting
Paket 6: Gesteuerte Datenanalyse
- datasources
- connectors
- dataflow
- reporting
- dashboard
- policy
- audit
- organizations
- mandates
Ergebnis:
- verantwortete Datenquellen;
- reproduzierbare Transformationen;
- nachvollziehbare Berichte;
- institutionell zugeordnete Kennzahlen.
12. Sektorspezifische Pakete
Kommunalverwaltung
Zusätzlich zu den horizontalen Grundlagen:
- services
- parties
- forms-runtime
- cases
- permits
- appointments
- payments
- records
- transparency
- Geo-Provider
- Register- und Fachverfahrenskonnektoren
Hochschule und Forschung
- organizations
- mandates
- identity
- idm
- committee
- projects
- grants
- learning
- certificates
- risk-compliance
- reporting
- HIS-, Campus-, Forschungs- und HR-Konnektoren
Besonders relevant:
- akademische Funktionen;
- Gremienmitgliedschaften;
- zeitlich begrenzte Projektrollen;
- Drittmittelverantwortung;
- Exportkontrolle;
- Berufungs- und Prüfungsverfahren.
Ministerium und Programmverwaltung
- mandates
- projects
- decisions
- committee
- consultation
- grants
- contracts
- reporting
- evaluation
- records
- transparency
Aufsichts- und Regulierungsbehörde
- parties
- services
- permits
- inspections
- cases
- decisions
- risk-compliance
- reporting
- records
- transparency
13. Abgleich mit der bestehenden Roadmap
Die gegenwärtige Roadmap priorisiert im Wesentlichen:
- Campaign als belastbaren Referenzpfad;
- funktionsgebundene Postfächer;
- Vorlagen und Reporting;
- Hochschul-BI;
- kollaborativen Dokumentenlebenszyklus;
- eine bewusst begrenzte und optionale Workflow-Entwicklung. (gitea@add-ideas.de)
Diese Reihenfolge sollte nicht verworfen, sondern um die fehlenden Governance-Grundobjekte ergänzt werden.
Phase 0: Architektur- und Portfoliobereinigung
- Repositorybeschreibungen korrigieren;
- Modulklassen vereinheitlichen;
- Datenhoheit je Modul dokumentieren;
- Reifestufen einführen;
- Provider- und Betriebsmodelle standardisieren;
- direkte Modulimporte durch Capability-Verträge ersetzen;
- Referenzpakete maschinenlesbar beschreiben.
Konkrete Korrekturen:
tenancynicht mehr mit Organisationsstrukturen beschreiben;organizationsnicht mehr als Eigentümer der Funktionsbesetzung darstellen;identityundaccesssprachlich klar trennen;idmals Lifecycle-, Assignment- und Provisioning-Modul positionieren;risk-complianceals querschnittliches Governance-Modul einordnen;erpals Konnektorfamilie klassifizieren.
Phase 1: Campaign-Referenzpaket abschließen
Keine neue Breite erzeugen, sondern den vorhandenen End-to-End-Pfad belastbar machen:
- Empfängerherkunft;
- Vorschau;
- Freigabe;
- dauerhafte Ausführungsabsicht;
- Versand;
- unklare Zustände;
- Abstimmung;
- Nachweise;
- Reporting;
- Wiederherstellung.
Dieser Pfad liefert Muster für alle späteren externen Wirkungen.
Phase 2: Institutionelle Identitäts- und Funktionsbasis
Zusammenführen und stabilisieren:
- identity;
- organizations;
- idm;
- access;
- tenancy;
- postbox.
Parallel ein minimales mandates einführen:
- Aufgabe;
- Zuständigkeit;
- verantwortliche Funktion;
- rechtliche oder organisatorische Grundlage;
- Gültigkeitszeitraum.
Damit kann das Postbox-Paket bereits auf echten institutionellen Zuständigkeiten aufbauen.
Phase 3: Entscheidung und Nachweis
decisionsals schmalen Vertikalschnitt einführen;- templates und reporting stabilisieren;
- Beschluss, Freigabe und externe Wirkung verbinden;
- Entscheidungskontext in Campaign, Committee und Procurement erproben.
Phase 4: Hochschul-BI und Data Governance
- datasources;
- connectors;
- dataflow;
- reporting;
- dashboard.
Ergänzen um:
- Datenverantwortung;
- Rechtsgrundlage;
- Qualitätsstatus;
- Herkunft;
- Version;
- Verwendung in Berichten und Entscheidungen.
Phase 5: Dokumenten- und Aktenlebenszyklus
- files;
- dms;
- records;
- templates;
- transparency;
- search.
Nicht nur gemeinsame Dokumentbearbeitung umsetzen, sondern den gesamten Zusammenhang von:
Fachobjekt → Dokument → Version → Nachweis → Akte → Aufbewahrung → Veröffentlichung
abbilden.
Phase 6: Erste allgemeine Verwaltungsleistung
Dann erst die fehlenden Bausteine gemeinsam vertikal implementieren:
- services;
- parties;
- forms-runtime;
- cases;
- tasks;
- approvals;
- decisions;
- portal;
- postbox;
- records.
Als Referenzfall sollte ein überschaubares, aber vollständiges Verfahren gewählt werden, beispielsweise:
- interne Genehmigung;
- Förderantrag;
- Veranstaltungs- oder Raumnutzungsantrag;
- einfache kommunale Erlaubnis;
- universitäre Serviceleistung.
Damit wird nicht nur ein weiteres Modul demonstriert, sondern erstmals die allgemeine Plattformthese.
14. Zusammengeführtes Zielbild
GovOPlaN sollte selbst besitzen:
- die institutionelle Struktur;
- Aufgaben, Mandate und Zuständigkeiten;
- Funktionen, Besetzungen und Delegationen;
- Leistungen;
- Beteiligtenbeziehungen;
- Fälle und Aufgaben;
- Entscheidungen;
- Richtlinien und Kontrollen;
- Vorhaben und Abhängigkeiten;
- Nachweis- und Aktenkontext;
- Herkunft und Wirkung externer Operationen.
GovOPlaN sollte optional nativ ausführen:
- Identitäts- und Berechtigungsverwaltung;
- einfache Datei- und Dokumentenverwaltung;
- Formulare;
- Fallbearbeitung;
- Workflows;
- Funktionspostfächer;
- Kommunikation;
- Termine und Buchungen;
- Projekt-, Vertrags- und Fördersteuerung;
- einfache Berichte;
- einfache Ressourcen- und Budgetrahmenverwaltung.
GovOPlaN sollte regelmäßig anbinden:
- ERP;
- Personalwirtschaft;
- Verzeichnisdienste;
- DMS und Archive;
- Groupware;
- GIS;
- BI-Systeme;
- Fachverfahren;
- Zahlungsdienste;
- Campus-, Klinik-, Justiz- und Infrastruktursysteme.
Die entscheidende Produktgrenze verläuft damit nicht zwischen „in GovOPlaN“ und „außerhalb von GovOPlaN“, sondern zwischen:
institutioneller Governance, die GovOPlaN verstehen und erhalten muss, und spezialisierter Ausführung, die GovOPlaN wahlweise selbst erbringt oder gesteuert an andere Systeme übergibt.
Für die unmittelbare Architekturarbeit würde ich daher vier neue fachliche Kernkontexte priorisieren – mandates, services, parties und decisions – und gleichzeitig die vorhandenen 72 Repositories über ein einheitliches Schema für Datenhoheit, Modultyp, Reifegrad und Betriebsmodus neu ordnen. Das schließt die entscheidenden semantischen Lücken, ohne die Plattform durch weitere unverbundene Funktionsmodule auszudehnen.